Fortschritt in der hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzellen-Gentherapie

Fortschritt in der hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzellen-Gentherapie, um metachromatische Leukodystrophie und andere lysosomale (Lysom: Organelle zur Verdauung) Speicherkrankheiten zu behandeln

Dr. Alessandra Biffi, Wissenschaftliches Institut San Raffaele, Mailand, Italien

Eine Knochenmarks- und Nabelschnurtransplantation (auch hämatopoetische Stammzellentranslantation oder HCT genannt) kann lebensrettend für einige der Leukodystrophien, wie X-Adrenoleukodystrophie, sein. Der therapeutische Wert ist jedoch begrenzt bei Krankheiten, wie metachromatischer Leukodystrophie (MLD) und Globoidzellen-Leukodystrophie (Krabbe Krankheit). Betroffene dieser Krankheiten können spezielle Enzyme (Acrylsulfatase bei MLD und GALC für die Krabbe Krankheit) nicht herstellen, die für eine normale Gehirnfunktion notwendig sind. Dr. Alessandra Biffi des San Raffaele Telethon Instituts für Gentherapie, Wissenschaftliches Institut San Raffaele, Mailand, Italien untersucht, wie man den Gebrauch von HCT für Krankheiten wie MLD oder der Krabbe Krankheit verbessern kann. Wenn Knochenmarkszellen genetisch verändert werden, können größere Mengen des fehlenden Enzyms hergestellt werden. Die veränderten Zellen sind eine ausreichende Quelle des fehlenden Enzyms, wenn sie in Mäuse mit dem fehlenden Gen transplantiert werden. Da die HCTs modifiziert sind, kann das eigene Knochenmark des Patienten als Quelle für Zellen dienen. Das heißt, dass es keine Wartezeit für eine Spenderübereinstimmung gibt und dass es unwahrscheinlich ist, dass die transplantierten Zellen abgestoßen werden. Außerdem ist eine erfolgreiche Transplantation sehr viel wahrscheinlicher, wenn eigene Zellen des Patienten verändert und benutzt werden. Die Gruppe um Dr. Biffi hat bereits herausgefunden, dass ihre Methode der genetischen Modifikation sicher und wirksam bei Mäusen mit MLD ist. [Biffi et al., J Clin Invest. 2006 116:3070-82; Biffi et al. J Clin Invest. 2004 113:1118-29; Capotondo et al., Hum Gene Ther. 2007 18:821-36]
Aufbauend auf den Ergebnissen dieser vorklinischen Studien ist der Beginn eines Phase-I/II klinischen Versuchs zur hämatopoetischen Stammzellen-Gentherapie für MLD für Anfang 2010 am San Raffaele-Institut geplant.
Die vorläufigen Studien für die Krabbe-Krankheit sind vielversprechend und weitere Studien sind auf dem Weg, um die Sicherheit im Maus-Model zu bestimmen.

 

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