Abnormale Lipide und Axonale Degeneration
Dr. Florian Eichler, Massachusetts General Hospital, Harvard Med. School, Boston, U.S.A.
Hereditäre Sensorisch-Autonome Neuropathie Typ 1 (HSAN 1) und Adrenomyeloneuropathie (AMN) sind beides genetische Krankheiten. Sie sind durch einen Verlust an Nervenzellaxonen und einer Anreicherung von ungewöhnlichen Lipiden (Fetten) charakterisiert. Dr. Florian Eichler, Massachusetts General Hospital, Harvard Med. School berichtete über kürzlich durchgeführte Forschungen, die herausfinden können, wie diese ungewöhnlichen Lipide mit den Krankheitssymptomen im Zusammenhang stehen können.
Sphingolipide helfen, Nevenzellen zu organisieren, so dass sie miteinander kommunizieren können. Große Mengen an abnormalen Sphingolipiden reichern sich an bei HSAN 1. Wenn Mäuse genetisch modifiziert werden, so dass sie das HSAN 1-Gen tragen, fangen sie an, die Axone ihrer sensorischen Nerven zu verlieren, so wie bei HSAN 1-Patienten. Wenn die HSAN 1-Mäuse weiter modifiziert werden, so dass sie sowohl das abnormale Enzym, als auch große Mengen des normalen Enzyms produzieren, sammelt sich nicht sehr viel abnormales Sphingolipid an. Noch besser, es treten keine Symptome auf.
AMN und X-Chromosom-gebundene Adrenoleukodystrophie (X-ALD) werden beide hervorgerufen durch Mutationen im selben Gen (ABCD1). Dieses Gen programmiert ein Protein, das wichtig ist, sehr langkettige Fettsäuren herunterzubrechen. X-ALD kann ausschließlich bei Männern auftreten, wohingegen AMN Frauen und Männer bekommen können. Noch wissen wir nicht, warum einige Träger des Mutanten ABCD1 X-ALD entwickeln und andere AMN. AMN-Patienten haben Gehprobleme und eventuell Blasenprobleme. Nahezu alle Personen mit dem ABCD1 häufen sehr langkettige (größer als 20 Kohlenstoffatome) Fettsäuren an. Während die Lipide diagnostisch für ANM sind, sagen sie nichts über den Schwierigkeitsgrad der Krankheit aus. Umwelteinflüsse, Zellfunktionen und morphologische Einflüsse können den Verlauf der Krankheit beeinflussen.
Beide Funktionsstörungen sind durch abnormale Lipide gekennzeichnet. Sehr wenig ist jedoch bekannt über den Zusammenhang zwischen den abnomalen Lipiden und den klinischen Symptomen.
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